Der Verein

Die Vision der Männerarbeit

In der Männerarbeit haben sich Männer der Vision verschrieben, eine verbesserte Lebensqualität für sich, für ihre Familie, für ihr persönliches und berufliches Umfeld und für ihre gesellschaftliche Situation zu schaffen.

Wer ist der Verein »einfachMann«?

Der Verein einfachMann ist ein gemeinnütziger Verein in der steirischen Landeshauptstadt Graz, der Männerarbeit betreibt und anbietet und Männer fördert, die an ihrer Identität, Orientierung und Reifung arbeiten wollen. Der Verein agiert nicht-konfessionell.

Der Verein ist, was seine Mitglieder sind.

Erwachsene Männer jeden Alters und aus allen gesellschaftlichen Schichten und Situationen sind im Verein tätig und wollen Vorbildfunktion für sich, für andere und speziell auch für Kinder und Jugendliche übernehmen.

Sie sind Sozialarbeiter, Künstler, Unternehmer, Programmierer, Architekten, Sportlehrer, Techniker, Mechaniker, Filmschaffende, Versicherungsmakler, Masseure, Therapeuten, Coaches, Hochschulprofessoren, Musiker, vielseitig…

Sie sind Angestellte, Arbeiter, Selbständige, Aussteiger, Arbeitsuchende, Studenten und Pensionierte.

Sie sind Väter und Söhne, Brüder. Sie sind Ehemänner, Partner und Singles – einfach Mann.

Vor allem aber sind sie Männer, die mit Leidenschaft und Gefühl die eine Vision verfolgen, für sich, für ihre Familie, für ihr persönliches und berufliches Umfeld und für ihre gesellschaftliche Situation ein besseres Dasein zu schaffen.

Was bietet der Verein »einfachMann«?

Das Kernangebot von »einfachMann« ist die jährliche siebenteilige Seminarreihe »Weg der Männer«. Diese Veranstaltung beginnt im Herbst und wird von Mentoren geleitet und begleitet. Die Seminarreihe ist ein Angebot an Männer, die an ihrer Entwicklung, Orientierung, Identität und Reifung arbeiten wollen. Das Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen, für eine grundlegende, persönliche, familiäre und berufliche Lebensvision.

Der Verein ist für die Mitglieder eine Plattform, um Männerarbeit im Geiste von »Weg der Männer« zu fördern und in der Seminarreihe entdekte Talente lebendig werden zu lassen. Miglieder können Angebote im Bereich der Männerarbeit und darüberhinaus wirksam werden lassen. Der Verein versteht sich auch als Ausgangsbasis, um individuelle Projekte seiner Mitglieder zu unterstützen und zu fördern.

Zuzätzlich zur Seminarreihe bietet »einfachMann« weitere Veranstaltungen an:

Die Strukturen der Seminarreihe »Weg der Männer« finden sich in wesentlichen Elementen auch in
allen anderen Veranstaltungen wieder. Die Mentoren, die die Seminarreihe leiten und begleiten, sind
selbst auch Teilnehmer.

Was begegnet mir bei der Männerarbeit?

Die wertvollste Begegnung ist jene, in der Gemeinschaft mit anderen Männern zu sein und der Austausch mit ihnen. Jeder bringt seine eigene Lebenserfahrung in der Gruppe ein und stärkt diese damit.

Rituale begleiten seit jeher den Menschen. Bedeutenden Ereignissen geben sie Raum und Form. Geburtstagsfeiern, Abschlussbälle, Hochzeiten und die sommerliche Grillparty sind Ritualarbeit. Gestaltet man diese Rituale bewusst, berühren sie und geben Kraft. Die Rituale der Männerarbeit entstammen Traditionen sowohl aus spiritueller und weltlicher Herkunft und sind oft auch persönliche Rituale, die die Teilnehmer einbringen.

Den vier Archtetypen begegnet man bei der Männerarbeit auch immer wieder. Diese sind unsere „Urprägung“. Der Begriff stammt von C.G. Jung. Die vier männlichen Archetypen sind der König, der Krieger, der Magier und der Liebhaber. Viele Männer leben einzelne dieser Archetypen widersprüchlich oder lehnen sie sogar ab. Der König ist oft kein verantwortlicher Entscheider und wird zum Tyrann. Kann der Krieger seine Aggressionen nicht konstruktiv einsetzen, wird er zum Gewalttäter. Der Magier beginnt zu manipulieren, wenn er seine Weisheit nicht einzusetzen weiß. Und der Liebhaber ist ein Macho, der seinen Süchten nachgeht, wenn er sich weigert, erwachsen zu werden und seine Kreativität einzusetzen. Für ein erfülltes Leben ist es wichtig, dass alle vier Qualitäten entwickelt und genährt werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Männerarbeit ist die Natur selbst. Denn dieser Natur sind wir unmissverständlich entsprungen und der Gesellschaft ist der Kontakt zu dieser Natur abhanden gekommen, auch zur Natur des männlichen Wesens. Uns ist es immens wichtig, diesen Kontakt wieder herzustellen. Daher ist es auch Teil der Männerarbeit, die Verbindung mit der Erde, dem Himmel und den Himmelsrichtungen herzustellen. Die Erde ernährt uns, bietet uns den Boden unter den Füßen und versorgt uns mit Rohstoffen, um unser Heim und unsere Werkzeuge zu bauen. Täglich begrüßt uns die Sonne im Osten und verabschiedet sich im Westen. Daher bauen wir auch keine Terrassen im Norden und die meisten bevorzugen, den Urlaub im Süden zu verbringen. Wir blicken in den Himmel, um das Wetter vorherzusagen. Der Mond erzeugt die Gezeiten und die Sterne nutzen wir zur Orientierung und sind Quelle der Inspiration.

Gerade bei der Seminarreihe ist oft die Rede vom „Stamm“. In früheren Zeiten haben sich die Menschen in Stammesgesellschaften organisiert und wichtige Aufgaben an fähige Persönlichkeiten übertragen. Wenige tun dies heute noch. Auch wir bilden unseren „Stamm auf Zeit“. Dieser hat keine Hierarchie, sondern wir begegnen uns alle auf Augenhöhe. Die Männer übernehmen Aufgaben, die ihren persönlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen, etwa beim Bau der Schwitzhütte und beim Abhalten des Schwitzhüttenrituals.

Die Schwitzhütte bzw. das Schwitzhüttenritual ist ein Reinigungsritual. Es entstammt den indigenen Völkern Nordamerikas und dient der Reinigung, der Erhaltung der Gesundheit und der Heilung bei Erkrankung. Auch der Vorbereitung von Zeremonien dient es, wie etwa der Männerinitiationsfeier. Die Schwitzhütte ist der weibliche Pol und stellt die Mutter Erde dar, die uns hervorgebracht hat, in deren Gebärmutter wir zurückkehren und von der wir durch das Ritual neu geboren werden. Das Feuer neben der Schwitzhütte ist der männliche Pol und bringt die Steine zum Erglühen. Diese Steine betrachten wir auch als den männlichen Samen, den wir in die Gebärmutter einbringen. Sie erwärmen uns in der Hütte und bringen uns zum Schwitzen. Für dieses charakteristische Ritual haben wir uns bewusst entschieden, weil uns kein anderes bekannt ist, welches mit seiner Symbolkraft besser die Verbindung zwischen uns und unserer Natur herzustellen vermag und weil wir diesem Ritual aus einer fremden Kultur mit Offenheit begegnen.

Wir reden auch von der „Außenwelt“ und von der „Innenwelt“. Die Außenwelt ist unser tägliches Hamsterrad, unser Beruf, unsere Familie, unsere Freunde und die Aufgaben, die von uns erwartet werden. Die Innenwelt ist die Männerarbeit, die wir betreiben. An den Seminarwochenenden etwa verabschieden wir uns von der Außenwelt und geben uns der Männergemeinschaft und der gemeinsamen Arbeit in der Innenwelt hin.

Die Innenwelt ist auch das, was wir in uns fühlen, unsere Bedürfnisse, unsere Leidenschaften, unsere Wünsche und Träume. Die Außenwelt ist das was wir darstellen, was wir sagen, wie wir handeln, wie wir mit anderen den Umgang pflegen und was wir aus uns machen. Oft existiert zwischen diesen Welten eine tiefe Kluft. Um diese zu schließen, betreiben wir Männerarbeit.